10.11.05

Ganzheitliches Lernen steht im Mittelpunkt

Freie Schule Anne-Sophie startet 2006 mit zwei Lerngruppen in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Künzelsau - ganzheitliche reformpädagogische Schulbildung - Schulneubau soll 2008 bezugsfertig sein

Künzelsau. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2006/2007 verfügt die Hohenloher Schullandschaft über ein zusätzliches pädagogisches Angebot. Nach den Sommerferien 2006 nimmt in der ehemaligen Landwirtschaftsschule am Künzelsauer Zollstockweg die Freie Schule Anne-Sophie ihren Betrieb auf. Initiatorin der Privatschule ist Bettina Würth, Mitglied der Konzernführung des Künzelsauer Handelsunternehmens Würth.

Ein Jahr lang hat ein Arbeitskreis von Pädagogen unter der Leitung von Bettina Würth die Gründung einer Privatschule in Künzelsau vorbereitet. Bei einem Elterninformationsabend am Donnerstag, 24. November 2005, um 19.30 Uhr wird die Freie Schule Anne-Sophie interessierten Eltern im Anne-Sophie-Haus in Künzelsau vorgestellt. Interessierte Eltern können sich bis 23. November 2005 bei der Schulleitung unter der Telefonnummer 07940/549-232 zum Informationsabend anmelden. Das Schüleranmeldeverfahren, für das ein persönliches Gespräch mit der Schulleiterin Voraussetzung ist, endet am 24. Februar 2006.„An der Freien Schule Anne-Sophie ist die natürliche Lust der Kinder am Lernen die entscheidende Energiequelle. Dafür braucht es keine Stundenpläne und keine Klassenarbeiten, sondern engagierte Lehrer und ein Umfeld, in dem die Kinder ihren Wissensdurst ungehindert stillen können.“ So umschreibt die Initiatorin Bettina Würth die Idee der neu gegründeten Privatschule in Künzelsau.

Die Freie Schule Anne-Sophie wird als Ganztageseinrichtung betrieben. Der Schulbetrieb beginnt mit zwei Lerngruppen der ersten bis dritten Jahrgangsstufe zunächst in den Räumen der ehemaligen Landwirtschaftsschule am Künzelsauer Zollstockweg. Leiterin der Freien Schule Anne-Sophie ist die ehemalige Rektorin der Reinhold-Würth-Grundschule in Künzelsau, Ulrike von Klitzing.

Die notwendigen Umbauarbeiten des Gebäudes beginnen im Januar 2006. Geplant ist zudem ein Schulneubau, der im Jahr 2008 fertig gestellt sein wird. Hier finden dann nicht nur die Schüler der Grundschule, sondern auch alle weiterführenden Klassen der Sekundarstufe ein dauerhaftes zuhause. Für die Kinder im Vorschulalter wird ab 2008 darüber hinaus ein Kindergarten integriert.

Die Privatschule versteht sich als zusätzliches Angebot zur klassischen Schullandschaft. Die Schule verfolgt einen reformpädagogischen Ansatz und legt Wert auf eine ganzheitliche und umfassende Förderung der Kinder. Reine Wissensvermittlung steht nicht im Mittelpunkt des pädagogischen Konzepts. „Durch individuelle Förderung der Kinder ist es das Bestreben der Freie Schule Anne-Sophie, dass jedes Kind die Schule als Gewinner verlässt“, beschreibt Bettina Würth die Grundidee der Schule. Selbst bestimmtes Lernen, die Ausbildung individueller Fähigkeiten sowie die Entwicklung sozialer Kompetenzen sind wichtige Elemente schulischer Bildung an der Freien Schule Anne-Sophie. „Die ganzheitliche Entwicklung der Schüler braucht einen angemessenen Lebens-, Lern- und Erfahrungsraum. Kontinuität ist uns wichtiger als das Abarbeiten von Stundenplänen“, betont Schulleiterin Ulrike von Klitzing.

Die Freie Schule Anne-Sophie verzichtet daher auf Jahrgangs-Schulklassen. Auch die gewohnten Unterrichtsstunden in 45-Minuten-Blöcken wird es an der Privatschule nicht geben. Die Schule schafft eine Umgebung, in der die Kinder lustvoll und mit hoher Motivation lernen. Ulrike von Klitzing: „Die soziale, handwerkliche, musische und körperliche Entwicklung haben bei uns einen ebenso hohen Stellenwert wie die klassischen Kopffächer.“ Phasen selbst bestimmter Freiarbeit wechseln mit dem vernetzten Unterricht in Gruppen ab. Gemeinsame Mahlzeiten sind ebenso Teil des Lernprozesses wie Freizeitangebote am Nachmittag oder Arbeit in Werkstätten. Darüber hinaus werden die Eltern aktiv mit einbezogen. Bettina Würth: „Die Eltern sind wichtige Partner, die die schulische Entwicklung ihrer Kinder maßgeblich mitgestalten.“

Die pädagogische Konzeption der Freien Schule Anne-Sophie wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Richard Meier entwickelt. Professor Meier gilt als einer der profiliertesten Schulexperten Deutschlands. Die Schule ist staatlich anerkannt. Die Lerninhalte erfüllen die Anforderungen, welche an die Lehrpläne staatlicher Schulen gestellt werden. Die Schüler erwerben staatlich anerkannte Abschlüsse wie Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur. Die Freie Schule Anne-Sophie ist aber keine Eliteschule für Kinder wohlhabender Eltern. Sie ist ein Angebot für Kinder und junge Menschen aus der Region, aus Arbeiter- und Akademiker-Familien ebenso wie aus Familien ausländischer Herkunft.

Die Kosten der Privatschule werden neben staatlichen Zuschüssen zum größten Teil durch die Stiftung Würth getragen. Einen Teil steuern die Eltern selbst durch ein angemessenes Schulgeld bei. „An der finanziellen Situation“, so Bettina Würth, „soll aber die Aufnahme nicht scheitern“. In Einzelfällen wird deshalb die Vergabe von Stipendien den Schulbesuch ermöglichen.