28.02.05

"Ein Unternehmer der Vorbildliches geleistet hat"

Professor Dr. h. c. Reinhold Würth blickt auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte zurück und hat sich zudem einen Namen als Förderer von Kunst und Kultur gemacht.

Künzelsau. Am 20. April 2005 wird Reinhold Würth 70 Jahre alt. Der Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe blickt auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte zurück: Aus dem Betrieb seines Vaters baute er einen weltweit tätigen Handelskonzern mit mehr als 47.000 Mitarbeitern auf. Dabei ist der Unternehmer aus dem Hohenlohischen seinen Grundsätzen stets treu geblieben und hat das menschliche Miteinander auch über sein eigenes Unternehmen hinaus immer in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt.

Ausbau eines Zweimannbetriebs zum Weltmarktführer im Handel mit Befestigungs- und Montagematerial

Reinhold Würth steigt schon in jungen Jahren ins Berufsleben ein: Mit 14 beginnt er als zweiter Mitarbeiter eine Lehre in der väterlichen Großhandelsfirma für Schrauben. Der Ernst des Lebens holt ihn früh ein: Nach dem Tod des Vaters übernimmt er 1954 im Alter von 19 Jahren die Geschäftsleitung. In den folgenden Jahrzehnten baut er den einst regionalen Betrieb zu einem weltweit tätigen Handelskonzern in 80 Ländern aus. Das Unternehmen schreibt durchgehend schwarze Zahlen und verzeichnet einen stetig steigenden Umsatz, der zuletzt bis auf 6,2 Milliarden Euro kletterte (2004). Ein wichtiges Erfolgsrezept der Würth-Gruppe sind die kleinen, schlagkräftigen und unternehmerisch handelnden Einheiten.

Vom Schraubenhandel der Anfangszeit hat sich das Kerngeschäft der Würth-Gruppe nie entfernt - aber weiter entwickelt: das aktuelle Angebot umfasst über 100.000 Produkte für Befestigungs- und Montagetechnik. Alle Grundlagen für die weitere "Erfolgsgeschichte Würth" sind gelegt und Reinhold Würth zieht sich 1994 aus der operativen Geschäftsführung zurück. Seitdem begleitet er als Vorsitzender des Beirats der Würth-Gruppe aktiv die Entwicklung des Unternehmens.
Einen besonderen Stellenwert misst Reinhold Würth seit jeher dem Umgang mit und der Führung von Mitarbeitern zu. "Ich bin überzeugt, dass Menschenführung zu mehr als fünfzig Prozent über Gewinn und Verlust entscheidet. Für uns zählt jeder einzelne Mitarbeiter, wir bringen allen Mitarbeitern großes Vertrauen entgegen. Ich bin der Meinung, dass ein Vorgesetzter von einem Mitarbeiter nur das verlangen kann, wozu er auch selbst immer bereit ist." Diesen Grundsatz lebt er seinen Mitarbeitern auch heute noch täglich vor.

Reinhold Würth - sozial und kulturell stark engagiert

Neben seinem ausgefüllten beruflichen Alltag findet Reinhold Würth stets die Zeit, sich sozial und kulturell stark zu engagieren. Schon früh macht er sich einen Namen als Förderer von Projekten im Bereich Kunst und Kultur. Der passionierte Sammler von Kunstwerken aus dem 20. und 21. Jahrhundert hat bis heute über 8.000 Werke zusammengetragen. 1991 eröffnet er am Stammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau das Museum moderner Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Mit dem Museum, in dem er Teile seiner privaten Kunstsammlung sowie drei bis vier jährlich wechselnde Ausstellungen präsentiert, möchte er die Arbeitswelt der Mitarbeiter bereichern und der Kunst den Eingang in den Alltag der Menschen ermöglichen.