04.03.04

Trend zu Spezialisierung und mehr Service

"Top-Gründer im Handwerk 2004" im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München ausgezeichnet - Zwei Hauptpreisträger aus Baden-Württemberg - 33 333 Euro Preisgeld - Professor Reinhold Würth hält Festvortrag

Künzelsau/München. Die Jungunternehmer im Handwerk spezialisieren sich und drängen stärker in Marktnischen. Und sie profilieren sich am Markt durch mehr und besseren Service als die Konkurrenz. Dieser Trend ist bei Bewerbern und Preisträgern im Wettbewerb "Top-Gründer im Handwerk 2004" festzustellen.

151 Jungunternehmer hatten sich an dem Wettbewerb "Top-Gründer im Handwerk" beteiligt, den die Wirtschaftszeitschrift "handwerk magazin" zum 8. Mal veranstaltet hat, diesmal mit der Adolf Würth GmbH & Co. KG und der Signal Iduna Gruppe als Partner. Eine Jury wählte aus den Bewerbern fünf Hauptpreisträger und 15 Gewinner von Sonderpreisen aus. Sie erhalten insgesamt 33 333 Euro Preisgeld, gestiftet von Würth und Signal Iduna.

Die fünf besten Unternehmer ("Deutsche Meister") erhielten ihre Preise zur Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse am Donnerstag, 4. März 2004 in München. Überreicht wurden die Auszeichnungen von den Wettbewerbs-Schirmherren Reinhold Würth (Beirats-Vorsitzender der Würth-Gruppe) und Reinhold Schulte (Vorstandschef der Signal Iduna Gruppe) zusammen mit Handwerkspräsident Dieter Philipp und hm-Chefredakteur Gerd-Ulrich Brandenburg. Zwei der Hauptpreisträger haben ihren Firmensitz in Bayern, zwei in Baden-Württemberg und einer in Thüringen. Bei den erfolgreichen Gründern fand die Wettbewerbsjury diese Trends:

Spezialisierung: Die Top-Gründer haben innovative Produkte und Leistungen. Sie spezialisieren sich und drängen stärker in Marktnischen.

Service: In den Gründungskonzepten sind die Dienstleistungen fester Bestandteil. Das Ziel ist, mehr und besseren Service zu bieten als die Wettbewerber, also eine Profilierung am Markt über den Service zu erreichen.

Internet: Das Internet als Erfolgsfaktor zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Wettbewerb. Die ersten Preisträger nutzen das Internet nicht nur zur Präsentation und somit zu Werbezwecken, sondern sie betreiben intensiv Electronic Business.

Betriebsübernahmen: Die Bereitschaft zur Übernahme eines bestehenden Betriebes - entweder innerhalb der Familie oder extern - ist im Handwerk erfreulicherweise immer noch hoch. Die meisten Bewerber gaben an, dass sie das Konzept des Vorgängers geändert haben.

Drei der ersten fünf Preisträger sind Betriebsübernahmen innerhalb der Familie. Bei ihnen und anderen Bewerbern war das elterliche Unternehmen bei der Übernahme in einer schwierigen Phase. Nur dem Einsatz und dem Engagement der Nachfolger ist es zu verdanken, dass diese Betriebe den Turnaround geschafft haben.

Finanzierung: Die Top-Gründer zeichnen sich weiterhin aus durch beachtliche Investitionen in Betriebsmittel und Maschinen. Dies zeigt die hohe Kapitalintensität des Handwerks. Doch während einerseits zahlreiche Hausbanken bereit waren, bei den Gründern das gesamte Spektrum an Förderprogrammen auszuschöpfen, erklärten viele Bewerber, sie hätten für die Geldbeschaffung keine Bank gefunden. Deshalb wurden häufig Familiendarlehen zur Finanzierung der Gründung oder Übernahme genannt, zumindest als Ergänzung zu sonst üblichen Krediten, teilweise aber auch als Ersatz für Bank- oder Förderdarlehen.

Abschreibung: Die Ansparabschreibung ist ein wichtiges Instrument zur legalen Steuergestaltung. Davon machen die meisten der Preisträger aktiven Gebrauch.

Controlling: Bei den Preisträgern wurde immer wieder das Stichwort Controlling als Erfolgsfaktor genannt.

Business-Pläne: Viel besser noch als in den Vorjahren sind die vorgelegten Business-Pläne geworden. Für einen Gründer ist das Erstellen ein wichtiger Schritt, weil ihm dadurch sein Vorhaben mit allen Stärken und Schwächen wesentlich bewusster wird, als wenn er sich das Vorhaben nur durchdenken würde. Ein guter Plan ist heute auch bei den Banken ein "Muss".

Mitarbeiter: Um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, müssen die Gründer im Personalbereich Trümpfe ausspielen: Dazu gehören Weiterbildung und Aktionen für ein gutes Betriebsklima, flexible Arbeitszeit sowie Leistungslohnsysteme und andere Anreize wie Qualitätsprämien.

"Die Situation im deutschen Handwerk ist dramatisch. Insolvenzen und der Verlust an Arbeitsplätzen sind auf Rekordniveau gestiegen", sagte Professor Reinhold Würth, Vorsitzender des Beirats der Würth-Gruppe, in seinem Festvortrag zur Preisverleihung. Das Unternehmen Würth wolle daher das Handwerk in Zukunft noch stärker unterstützen und sein Engagement für die Branche ausbauen. Schon heute bietet das Handelsunternehmen Würth, Marktführer in der Befestigungs- und Montagetechnik, konkrete Unterstützung für den einzelnen Handwerker in Form von Fortbildungsangeboten oder Produktschulungen in der eigenen Würth-Akademie.

Die fünf Hauptpreisträger:

1. Preis (10 000 Euro)

Tischlerei Fritz Glock mit Tischlermeister Sven Höfer und Bürokauffrau Katrin Höfer in 07629 Hermsdorf (Thüringen)

2. Preis (7 500 Euro)

Joro Türen mit Schreinermeister Martin Rohwetter und Diplom-Betriebswirtin Antonie Rohwetter in 77871 Renchen (bei Offenburg, Baden-Württemberg).

3. Preis (5 000 Euro)

REBARO Fernwärmetechnik mit Metallbauermeister Hans-Peter Baur sowie Andreas Baur, Volker Baur, Karl Roller und Ulrich Reule in 72181 Starzach (Kreis Tübingen, Baden-Württemberg).

4. Preis (3 500 Euro)

Dachdecker- und Zimmerermeister Stefan Janker in 90552 Röthenbach (bei Nürnberg, Bayern).

5. Preis (2 333 Euro)

Maurer- und Betonbauermeister Michael Bornschlegl in 89358 Kammeltal-Behlingen (Landkreis Günzburg, Bayern).