Ein Unternehmer und sein Unternehmen

Adolf Würth mit seinem Sohn Reinhold Würth bei einem Waldspaziergang.

Adolf Würth und Reinhold Würth
beim Waldspaziergang

Die Geschichte der Würth-Gruppe ist untrennbar mit dem Unternehmer Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth verbunden, unter dessen Führung das Unternehmen vom Zweimannbetrieb zum Weltmarktführer im Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial wurde.

Der Beginn war bescheiden: Im Sommer 1945 eröffnete Adolf Würth im baden-württembergischen Künzelsau eine Schraubengroßhandlung. Sein Sohn Reinhold, der 1935 geboren wurde, war von Anfang an dabei und ging dem Vater zur Hand. Am 1. Oktober 1949 trat er offiziell als zweiter Mitarbeiter und erster Lehrling in das Unternehmen ein.

Das Packen eines Wagens in den 1950er Jahren.

Packen eines Wagens in den 1950er Jahren

Schon im Januar 1951 war er zum ersten Mal alleine auf Verkaufsreise – in Düsseldorf sollte sich der damals 15-Jährige um neue Kunden bemühen. 1952 schloss er die kaufmännische Ausbildung mit der Kaufmannsgehilfenprüfung ab. Als Adolf Würth 1954 im Alter von 45 Jahren starb, übernahm der damals 19-jährige Reinhold Würth die Geschäftsleitung. Das Unternehmen war zu dieser Zeit ein Zweimannbetrieb mit einem Jahresumsatz von 80.000 Euro.

Mit Weitsicht führte Reinhold Würth das Unternehmen, und bald schon stellten sich die ersten Erfolge ein. 1962 wurde die erste Auslandsgesellschaft Würth Niederlande gegründet, Gründungen in der Schweiz, in Österreich, Italien und weiteren Ländern folgten. 1969 wagte Reinhold Würth den Sprung über den Atlantik nach Nordamerika. Ein Jahr später wurde Würth auch in Südafrika aktiv. Die Bildung von Gesellschaften in Australien (1982) sowie in Japan und Malaysia (beide 1987) komplettierte schließlich die Präsenz der Unternehmensgruppe auf allen Kontinenten.

Bettina Würth mit ihrem Vater Reinhold Würth bei einer Veranstaltung.

Bettina Würth mit ihrem Vater Reinhold Würth

1994 zog sich Reinhold Würth aus der operativen Geschäftsführung der Würth-Gruppe zurück und übernahm den Beiratsvorsitz der Würth-Gruppe. Am 1. März 2006 folgte ihm seine Tochter Bettina Würth in diesem Amt. Reinhold Würth fungiert weiterhin als Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe.

Von Anfang an war und ist die Würth-Gruppe trotz ihrer Internationalität ein Familienunternehmen geblieben, inzwischen mit 73.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Motor des Erfolgs ist damals wie heute der Direktvertrieb. 32.000 Außendienstmitarbeiter weltweit erreichen täglich 300.000 Kunden. Durch diesen direkten Kundenkontakt sind die Anforderungen bekannt und das Unternehmen richtet seine Leistungen auf die Entlastung der Kunden aus. Dabei lautet die von Reinhold Würth initiierte Devise: „Nicht zufriedenstellen wollen wir unsere Kunden, sondern begeistern!”