06.06.08

Verbindung von Theorie und Praxis – künftige Lehrkräfte sollen Unternehmen erkunden

Stuttgart. Auf Initiative des Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg trafen am 30. Mai 2008 Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg mit Vertretern verschiedener Pädagogischen Hochschulen des Landes zu einem Gespräch im Wissenschaftsministerium in Stuttgart zusammen. Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung, das unter dem Dach der Gemeinnützigen Stiftung des Unternehmens Würth agiert, setzt sich nach positiven Erfahrungen mit Betriebserkundungen im Rahmen seines WirtschaftsPraxisProgramm (WiPP) dafür ein, Erkundungen für Studierende des Faches Wirtschaftslehre fest in den Studienverlauf zu integrieren. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen auf diesem Weg bereits während des Studiums erste Einblicke in betriebliche Abläufe gewinnen.

An den Pädagogischen Hochschulen in Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten können Studierende, die dort zu Haupt- und Realschul-Lehrkräften ausgebildet werden, das Fach Wirtschaftslehre belegen. Derzeit sind im Verlauf des Studiums keine verbindlichen Unternehmens- oder Betriebserkundungen vorgesehen. Mit dem Ziel, eine stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis zu unterstützen, hat das Kompetenzzentrum das WiPP ins Leben gerufen. Im Frühjahr 2007 absolvierten die Studenten des Faches Wirtschaftslehre der PH Ludwigsburg im Rahmen des WiPP erstmalig eine zweitägige Betriebserkundung in verschiedenen Unternehmen der Region Hohenlohe. Anfang 2008 wurde das Programm mit den Pädagogischen Hochschulen Schwäbisch Gmünd und Weingarten sowie mit weiteren Unternehmen erfolgreich fortgeführt und ausgebaut.

„Die Erwartungen der Studenten an das WiPP haben sich in positiver Weise erfüllt. Viele konnten sogar feststellen, dass sich ihre Kenntnisse über Aufgaben, Abläufe und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge in Unternehmen deutlich gesteigert haben“, zeigte sich Sven Entenmann, Leiter des Kompetenzzentrums, zufrieden. Das Gespräch im Wissenschaftsministerium soll entscheidende Impulse für eine mögliche feste Verankerung des WiPP im Fach Wirtschaftslehre liefern.

Der Vorschlag des Kompetenzzentrums sieht vor, dass das WiPP spätestens mit der beabsichtigten Zusammenlegung von Hauptschul- und Realschul-lehramt ab 2010 einen verbindlichen Bestandteil des Wirtschaftslehre-Studiums darstellen sollte. Jeder Wirtschaftslehre-Student hätte damit während seiner Studienzeit mindestens einmal die Gelegenheit, an einem zweitägigen WiPP teilzunehmen. Darüber hinaus würden die während des Praktikums erlernten Inhalte durch eine fundierte Vor- und Nachbereitung vertieft.

Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg

Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg ist eine Initiative des Künzelsauer Unternehmers Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth. Er rief diese Institution am 1. Oktober 2005 unter dem Dach der Gemeinnützigen Stiftung Würth ins Leben und verfolgt damit das Hauptziel, wirtschaftliches und unternehmerisches Handeln näher an die Schulen heranzubringen und den Schülerinnen und Schülern besser zu vermitteln. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.