29.02.08

MBA-Studium der Mitarbeiter zahlt sich schon nach kurzer Zeit für das Unternehmen aus

Schwäbisch Hall. „Mit den Kosten, die Sie für einen Headhunter aufwenden müssen, können Sie drei qualifizierte Mitarbeiter zum Master of Business Administration qualifizieren“, rechnete Prof. Dr. Harald Unkelbach, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe, 40 Personalchefs und Geschäftsführern von Unternehmen der Region bei einer Veranstaltung der Akademie Würth in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall vor.

Rund 140 Absolventen von Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen haben seit dem Start des Programms im Jahr 2002 mit sehr großem Erfolg ein Masterstudium an der amerikanischen University of Louisville und der Akademie Würth absolviert. Die Teilnehmer absolvieren ihren Studiengang ausschließlich in Englisch neben ihrer beruflichen Tätigkeit zweimal 4,5 Wochen in den USA und an zwölf Wochenenden an der Akademie Würth in Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim. Nach nur 13 Monaten Studium können die Teilnehmer ihren Abschluss als Master of Administration, als Master of Science oder als Master of Engineering feiern.

Rainer Zierlein (37), der als Diplom-Ingenieur in der Entwicklung von ebm-papst arbeitet, hat erst 2007 mit elf Kollegen den Master of Engineering über dieses Programm geschafft. Er schilderte den Zuhörern, dass dieses Studium zwar sehr großes Engagement erfordere, aber auch sehr viel Spaß bereite. Die Studierenden seien in dieser Zeit zu einem schlagkräftigen Team zusammengewachsen: „Das Motto „Einer für alle, alle für Einen“ war bei uns gelebte Realität“, berichtete der Master of Engineering aus Igersheim (Main-Tauber-Kreis). „Wer ein Problem hatte, wurde von den Kommilitonen mitgezogen und auf das Niveau der Gruppe gebracht.“

Das bestätigte Ralf Schütz (39), Fachbereichsleiter bei der Firma Recaro in Schwäbisch Hall, der zurzeit ein MBA-Studium der Fachrichtung „Global Business“ absolviert. „Weil unter den Teilnehmern die unterschiedlichsten Fachrichtungen vertreten sind, ist die Gruppenarbeit sehr spannend“, erklärte der 39-Jährige. Die Professoren hätten sehr große praktische Erfahrung und seien „sehr gut“. Als Maschinenbauingenieur könne er sich jetzt vor allem das betriebswirtschaftliche Fachwissen aneignen. Selbstdisziplin sei eine Herausforderung für das Studium, aber: „Der Mehrwert ist bei weitem höher als der Einsatz.“ Schon jetzt könne er sein neues Fachwissen im betrieblichen Alltag anwenden.

Dass sich die Teilnahme am Programm sowohl für den Studenten wie für seine Firma rechnet, bestätigte Prof. Dr. Unkelbach: „Das Studium macht sich für die Unternehmen nach recht kurzer Zeit bezahlt - nach meinen Berechnungen bei Würth schon nach etwa anderthalb Jahren.“ Die bisherigen Methoden der Personalrekrutierung seien angesichts der künftigen demografischen Entwicklung überholt. Das bestätigte auch Prof. Dr. Bodo Wilmes. Den Lehrstuhl des akademischen Leiters des MBA-Programms stiftete vor sieben Jahren ebm-papst, vor allem um den Ingenieuren eine internationale Weiterqualifizierung zu ermöglichen. Wilmes erklärte, dass viele Absolventen inzwischen Karriere gemacht hätten. Die Abbrecherquote sei außerordentlich gering und nur ganz wenige Absolventen hätten nach dem Studium ihr Unternehmen verlassen. Damit sei aber in aller Regel nur dann zu rechnen, wenn die Firmen ihre Mitarbeiter beim Studieren nicht oder nur halbherzig unterstützen. Arnulf Freiherr von Eyb, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Künzelsau, zeigte den Zuhörern praktikable Wege auf, wie die Unternehmen das MBA-Studium durch einen finanziellen Zuschuss oder die Gewährung von zusätzlichem Urlaub unterstützen und ihre Mitarbeiter im Gegenzug vertraglich an sich binden können.

Interessenten für den nächsten Studienstart des MBA-Programms im Juni 2008 können sich beim administrativen Leiter des Programms, Robert Leuze, Tel. 07931/916710 oder robert.leuze@wuerth.com, informieren.