09.02.09

Feierlichkeiten anlässlich des 100. Geburtstages des Firmengründers Adolf Würth fanden am Samstag, 7. Februar 2009, im Verwaltungsgebäude der Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau statt

Künzelsau. „Ohne meine so geradlinig norddeutsch geprägte Mutter mit ihrer Konsequenz und ohne die liebevolle Führung durch meinen Vater wäre die Würth-Gruppe nie entstanden“, charakterisiert Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, seine Eltern. Der 100. Geburtstag von Adolf Würth war daher Anlass für das Unternehmen, am 7. Februar 2009 in einer Feierstunde mit geladenen Gästen des Firmengründers zu gedenken.

Im Verwaltungsgebäude der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau-Gaisbach ist bis einschließlich 30. April 2009 eine kleine Ausstellung zu Adolf Würth mit Dokumenten und historischen Fotos zu sehen.

Adolf Würth erblickt am 7. Februar 1909 das Licht der Welt. Sein Vater Friedrich Würth ist Landwirt, baut Wein an, betreibt in Ilsfeld eine Gastwirtschaft und verwaltet die örtliche Zahlstelle der Württembergischen Landessparkasse. Diese Herkunft prägt den jungen Mann. „Mein Vater pflegte mit seinen Kollegen gute Freundschaft und gern und schnell war er bereit, zu feiern bei gutem Wein – was kein Wunder ist, denn sein Vater hatte in Ilsfeld das eigene kleine Weingut und eine Weinwirtschaft“, erinnert sich Reinhold Würth an seinen Vater.

1922 – mit nur 13 Jahren – tritt Adolf Würth als Lehrling in die Schraubengroßhandlung Reisser ein und absolviert dort eine erfolgreiche Karriere. Rasch entwickelt er sich zum Spezialisten seines Fachs, erhält Prokura, geht auf Verkaufsreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses Geschäftsmodell des Direktvertriebes, das Adolf Würth später in seinem eigenen Unternehmen wieder aufnimmt, wird sich als Kern des Wachstumsmotors der Würth-Gruppe erweisen.

Der Zweite Weltkrieg markiert eine Zäsur auch im beruflichen Alltag von Adolf Würth. 1942 wird er dienstverpflichtet und mit der kaufmännischen Leitung eines Betriebes im besetzten Frankreich beauftragt: das elsässische Zweigwerk der Firma Zinser in Hagenau.

Es ist vor allem Adolf Würths Ehefrau Alma, die nach Kriegsende den Schritt in die Selbständigkeit unterstützt. „Meine Mutter war nach Ende des Zweiten Weltkriegs eher die treibende Kraft, den Vater zur Selbständigkeit zu drängen“, so Reinhold Würth. Am 16. Juli 1945 wird die Firma ‚Adolf Würth, Holzschrauben, Künzelsau’ gegründet. Der Firmensitz befindet sich in einem Nebengebäude der Schlossmühle, Künzelsau. Adolf Würth, von seinem Sohn Reinhold als „geradlinig, marketing- und verkaufsorientiert“ geschildert, betreibt die Schraubengroßhandlung mit großem Erfolg. Bereits sieben Jahre nach der Firmengründung wird am 14. Dezember 1952 das erste eigene Gebäude in der Künzelsauer Bahnhofstraße bezogen.

Nur zwei Jahre später wird das junge aufstrebende Unternehmen durch den plötzlichen Tod des Firmengründers vor eine große Herausforderung gestellt. 1954 übernimmt der damals gerade 19-jährige Sohn Reinhold Würth die Leitung des Unternehmens. Den einstigen Zweimannbetrieb entwickelt Reinhold Würth zum Weltmarktführer für Montage- und Befestigungsmaterial.

Den Verdiensten seines Vaters und seiner Mutter ist sich Reinhold Würth bis zum heutigen Tage bewusst: Für ihn persönlich sei der Vater die wichtigste Respekts- und Bezugsperson gewesen. Von Anbeginn der Firma habe der Vater ihn in das Geschehen mit einbezogen, sei er schon bei den ersten Schraubeneinkäufen bei der Firma Arnold in Ernsbach dabei gewesen. Reinhold Würth: „Geblieben bis heute ist mir seine kreative Reiselust und vor allem die kompromisslose Verkaufs- und Kundenorientierung.“