07.05.13

Würth-Gruppe mit Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2012

  • Jahresumsatz mit 9,98 Milliarden Euro der höchste in der Unternehmensgeschichte
  • Betriebsergebnis mit 415 Millionen Euro über Vorjahresniveau
  • Mitarbeiterzahl mit 65.169 weltweit leicht rückläufig
  • Investitionen: 465 Millionen Euro für Ausbau Lagerkapazitäten und Niederlassungsnetz

Künzelsau. Würth hat ein bewegtes Geschäftsjahr 2012 hinter sich. Das Umsatzziel in Höhe von 10 Milliarden Euro hat das Unternehmen knapp verfehlt, dennoch wurde mit 9,98 Milliarden Euro 2012 ein Rekordumsatz erzielt. „Wir bekommen die weltweit volatile Konjunktur und den deutlichen Preisverfall in der Photovoltaik zu spüren. Auch uns weht der raue Wind aus den Märkten in Südeuropa ins Gesicht. In allen Regionen konnten wir unseren Umsatz erhöhen, außer in Südeuropa. Gleichzeitig nutzten wir aber auch den Aufwind in Skandinavien und Nordamerika – in Kanada und den USA erzielten wir Rekordumsätze. Die globale Präsenz ist nach wie vor unser Vorteil. Herausforderungen spornen uns erst so richtig an: Chancen dort nutzen, wo sich Wachstum andeutet und Besonnenheit zeigen, wo Risiken unkalkulierbar werden“, so kommentiert Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe bei der Bilanzpressekonferenz am 7. Mai in Schwäbisch Hall das Geschäftsjahr 2012.

Umsatzplus in fast allen Geschäftsbereichen

Im Kerngeschäft, dem Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial für Handwerk und Industrie, wuchs die Würth-Gruppe 2012 um 3,7 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, wobei sich der Bereich Industrie mit einem Plus von 12,3 Prozent deutlich absetzt. Im März 2013 trennte sich Würth von den verbliebenen Vertriebsaktivitäten seiner Tochter Würth Solar und gab große Teile des Solargeschäfts an das Unternehmen BayWa ab.

Deutschland bleibt wichtigster Einzelmarkt

Im Heimatmarkt des Konzerns wurden über 44 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet: 4,45 Milliarden Euro wurden 2012 in Deutschland erzielt. Dies entspricht einem Wachstum von 0,7 Prozent. Vor allem der ansonsten umsatzstarke Herbst brachte konjunkturbedingt nicht den erhofften Umsatz. Mit der Anzahl der Beschäftigten liegt Deutschland an erster Stelle: 19.605 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2012 für die Würth-Gruppe Deutschland tätig. Die erfolgreichste Gesellschaft ist nach wie vor das Mutterunternehmen des Konzerns, die Adolf Würth GmbH & Co. KG. Sie erzielte mit 1,2 Milliarden Euro Umsatz, was einem Wachstum von 1,3 Prozent entspricht, den höchsten Umsatz ihrer Geschichte. Auch beim Betriebsergebnis wurde ein neuer Rekord erzielt. Die deutschen Produktionsgesellschaften konnten ebenfalls deutliche Umsatzzuwächse verzeichnen.

Rückgang der Mitarbeiterzahl

Weltweit ging die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2012 um 1,4 Prozent auf 65.169 zurück. Während die Zahl der außerhalb Deutschlands Beschäftigten auf 45.564 sank, ist die Zahl der Mitarbeiter der Würth-Gruppe in Deutschland um 2,5 Prozent auf 19.605 gestiegen.

Ergebniswachstum hinter den Erwartungen

Das geringe Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2012 zeigt seine Auswirkungen auch in der Entwicklung des Betriebsergebnisses: Im Vergleich zum Vorjahr steigt es zwar um 5,1 Prozent auf 415 Millionen Euro (2011: 395 Millionen Euro), liegt aber hinter den Erwartungen zurück. Maßgeblichen Einfluss haben die Gesellschaften außerhalb Deutschlands genommen, die mit 205 Millionen Euro nicht ganz das Ergebnisniveau des Jahres 2011 erreichten (2011: 218 Millionen Euro). In erster Linie fehlte die Ertragskraft unserer Gesellschaften in Südeuropa, hier vor allem in Spanien, Italien und Griechenland, sowie in Belgien. Auch die Bereiche Beschläge sowie erneuerbare Energien mit Windkraft und Solar erreichten nicht die erwarteten Ergebnisse.

Mehr Marktanteile durch Akquisitionen

Die Würth-Gruppe trägt mit ihren Tochterunternehmen erfolgreiche Vertriebskonzepte in neue Märkte. Gezielte Akquisitionen ergänzen das organische Wachstum. Im Januar 2013 hat die Würth-Gruppe das Chemieunternehmen Chemofast Anchoring GmbH mit Sitz im deutschen Willich übernommen. Chemofast entwickelt und produziert chemische Mörtelmassen, sogenannte „chemische Dübel“, und vertreibt diese erfolgreich an seine Kunden in der Bauindustrie und im Handel. Diese Akquisition untermauert die strategische Ausrichtung des Konzerns im Wachstumsmarkt Chemie und ergänzt unsere Aktivitäten im Bereich der Dübeltechnik.

Neue Chancen durch E-Commerce

Jeder Kunde hat verschiedene Möglichkeiten, mit Würth in Kontakt zu treten. Würth baut seinen Mehrkanalvertrieb gezielt aus. Neben dem klassischen Vertriebsmodell durch den Außendienst gewinnt der Bereich E-Commerce zunehmend an Bedeutung. Bereits seit 2010 können Kunden mit der Würth App auf Produktinformationen zugreifen und Bestellungen tätigen. Damit unterstützt Würth das geänderte Einkaufsverhalten, das durch den Einsatz von Internet und Smartphones möglich wird.

Verkaufsniederlassungen weiter auf Erfolgskurs

Ein weiteres Standbein ist der Ausbau des Niederlassungsnetzes. In rund 400 Niederlassungen allein in Deutschland und 1.500 weltweit können Würth Kunden ihren Sofortbedarf decken. Ein neues Logistikzentrum wurde am 6. Mai 2013 am Standort in Künzelsau eingeweiht. Mit ihm wird die Abwicklungskapazität um über 50 Prozent erhöht, was bedeutet, dass Würth Kunden ihre Lieferungen noch schneller erhalten.

Solide Finanzlage ermöglicht weiteres Wachstum

Die Eigenkapitalquote stieg auf 41,9 Prozent. Das Eigenkapital beläuft sich insgesamt auf 3,2 Milliarden Euro (2011: 3,0 Milliarden Euro). Die finanzielle Situation der Würth-Gruppe wurde 2012 erneut von den Ratingagenturen Standard & Poor‘s und Fitch Ratings bewertet. Fitch Ratings nahm eine Neueinstufung vor und bewertete die Würth-Gruppe mit einen „BBB+/outlook stable“, Standard & Poor‘s bestätigte das Rating „A/outlook stable“. 2012 konnte die Würth-Gruppe erneut alle Investitionen aus dem operativen Cashflow finanzieren. Dieser lag mit 618 Millionen Euro im Jahr 2012 über dem Vorjahr (2011: 540 Millionen Euro). Die liquiden Mittel der Würth-Gruppe reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund der Rückzahlung zweier Anleihen um 296 Millionen Euro auf 572 Millionen Euro. (2011: 868 Millionen Euro).

Ausblick 2013

Die Würth-Gruppe geht davon aus, dass sich die Konjunktur auch 2013 nicht erholen wird. Auf diese Situation wird das Unternehmen wo notwendig mit Kostenanpassungen reagieren. Das bedeutet auch, Risiken minimieren und Wachstum dort generieren, wo es möglich ist, um 2013 das Ergebnis zu steigern. „Wir erwarten ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich und eine angemessene Ergebnisentwicklung“, sagt Robert Friedmann. „Kreative Sparsamkeit und Arbeit an bestehenden Prozessen, aber auch Mut für neue Ideen – darauf liegt unser Augenmerk im aktuellen Geschäftsjahr, denn mit einem Sparkurs alleine ist es nicht getan. Wir werden unsere Wachstumschancen nutzen und konsequent unsere strategische Ausrichtung überprüfen. Das heißt auch, eine Verstärkung der internen Zusammenarbeit einzelner Geschäftsbereiche und Gesellschaften, damit wir für die Kunden neue Lösungen entwickeln können, die Einzelunternehmen nicht ohne weiteres anbieten können, gerade wenn bislang abgegrenzte Märkte zusammenwachsen.“

Über die Würth-Gruppe

Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer in ihrem Kerngeschäft, dem Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Sie besteht aktuell aus mehr als 400 Gesellschaften in über 80 Ländern und beschäftigt mehr als 64.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon sind über 30.000 fest angestellte Verkäufer im Außendienst. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte die Würth-Gruppe einen Umsatz von 9,98 Milliarden Euro.

Im Kerngeschäft, der Würth-Linie, umfasst das Verkaufsprogramm für Handwerk und Industrie über 100.000 Produkte: Von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis hin zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz.

Die Allied Companies – Gesellschaften des Konzerns, die an das Kerngeschäft angrenzen oder diversifizierte Geschäftsbereiche bearbeiten – ergänzen das Angebot um Produkte für Bau- und Heimwerkermärkte, Elektroinstallationsmaterial, elektronische Bauteile (z.B. Leiterplatten) sowie Finanzdienstleistungen. Sie machen über 44 Prozent des Umsatzes der Würth-Gruppe aus.

Würth-Gruppe mit Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2012 Würth-Gruppe mit Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2012

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