20.07.09

Einblicke in die Wirtschaft: Wirtschaftspraxisprogramm führt Lehrer ins Unternehmen Würth

Künzelsau. Das Wirtschaftspraxisprogramm „WIPP-L“ für Lehrer, das das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg initiiert hat, bot den 18 teilnehmenden Lehrern des Regierungsbezirks Stuttgart die Möglichkeit, Wirtschaftsluft zu schnuppern: Im Handelsunternehmen Würth erhielten die Lehrkräfte bei einer einwöchigen Praxisphase vom 13. bis 17. Juli einen Überblick über die Abläufe und Funktionen des Betriebs.

Sie arbeiteten unter anderem in den Abteilungen Finanzen/Controlling, Kundenmanagement, Marketing/Werbung, Produkt und Vertriebsorganisation mit. Zudem fuhren alle Teilnehmer einen Tag lang mit einem Verkäufer von Würth mit, um Handwerkskunden zu besuchen und so die Verkaufstätigkeit im Außendienst kennenzulernen. Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Stiftungsaufsichtsratsvorsitzender der Würth-Gruppe und Initiator des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung, rief die Teilnehmer dazu auf, die erworbenen Erfahrungen in ihren Unterricht einfließen zu lassen, um die ökonomische Bildung der Schüler zu forcieren und die Affinität der Jugendlichen zu Wirtschaftsthemen zu fördern.

Mit dem erstmals durchgeführten Wirtschaftspraxisprogramm verfolgt das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung das Ziel, den Teilnehmern einen Einblick in betriebswirtschaftliche Grundlagen und Strukturen zu verschaffen. Der Startschuss fiel im April in Stuttgart. Während einer Selbstlernphase absolvierten die Lehrkräfte zunächst ein E-Learning-Programm, das unter anderem ein Planspiel umfasste. Die Exkursion zu Würth diente nun dazu, erlernte Inhalte zu vertiefen und die Betriebspraxis mitzuerleben. „Das Programm deckt ein unheimlich großes Wissensspektrum ab und bietet einen Querschnitt über die Strukturen und die Funktionsweise eines Unternehmens“, sagt Thomas Bauer, Lehrer an der Realschule Pfedelbach. „Nun gilt es, sich mit dem konkreten Transfer dieses Wissens in die Schule zu beschäftigen.“

Die vermittelten Inhalte sollen beim Verwirklichen von schulischen Projekten, wie beispielsweise dem Aufbau einer Schülerfirma, genutzt werden. Weiterhin können die Lehrerinnen und Lehrer über diesen Weg betriebliche Kontakte knüpfen. „Dass es wichtig ist, als Lehrerteam fächerübergreifend ökonomisches Wissen an die Schüler weiterzugeben und als Schule ein Netzwerk zu Nachbarschulen und zu Bildungspartnern in der Region aufzubauen, hat mir das Programm eindeutig gezeigt“, so Ingrid Modi, Lehrerin an der Theodor-Heuglin-Schule in Ditzingen-Hirschlanden.

Im Nachgang des Programms findet im Frühjahr 2010 ein weiteres Treffen statt, bei dem die Teilnehmer vorstellen, wie sie das erworbene Wissen im Schulalltag umgesetzt haben. Geplant ist, das Wirtschaftspraxisprogramm aufgrund der starken Resonanz in Zukunft für andere Regierungsbezirke in Baden-Württemberg fortzusetzen.

Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung

Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg ist eine Initiative der Gemeinnützigen Stiftung Würth und wurde 2005 durch den Unternehmer Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth ins Leben gerufen. Hauptziel des Kompetenzzentrums ist, Schule näher an Wirtschaftsthemen heranzuführen. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.