26.06.09

Spielerische Irritationen: Die polnische Bildhauerin Monika Sosnowska erhält den achten Robert-Jacobsen-Preis

Künzelsau/Berlin. Der mit 15.000 Euro dotierte achte Robert-Jacobsen-Preis der Gemeinnützigen Stiftung Würth wurde am 25. Juni 2009 feierlich an die polnische Bildhauerin Monika Sosnowska (*1972) im Würth Haus Berlin auf der Insel Schwanenwerder überreicht. 24 Papier-Modelle von Installationsarbeiten der Künstlerin umrahmten die Preisverleihung visuell. Die Laudatio hielt Jury-Mitglied Professor Dr. Armin Zweite, Direktor des Museum Brandhorst in München.

Die Jury des Robert-Jacobsen-Preises, die sich aus dem Stiftungsvorsitzenden Professor Dr. h. c. mult. Reinhold Würth vertreten durch C. Sylvia Weber, Professor Hans Baschang, Sean Rainbird, Professor Harald Siebenmorgen, Lun Tuchnowski, Professor Armin Zweite, dem vorherigen Preisträger Bernar Venet, sowie als Ehrenmitglied Maria Jacobsen, der Witwe Robert Jacobsens konstituiert, wurde durch Sosnowskas raumgreifende Arbeit „1:1“ im polnischen Pavillon der 52. Biennale in Venedig 2007 auf die Bildhauerin aufmerksam. Sie begründet ihre Vergabe des diesjährigen Preises mit der generell überzeugenden formalen Argumentation der ortsbezogenen Ein-griffe Sosnowskas. Diese deformierten auf überraschende, frische und innovative Art und Weise ihre Umgebung um sie gleichsam neu zu inszenieren. Dadurch sei der Betrachter spielerischen Irritationen ausgesetzt und zur Überprüfung seiner existenten Wahrnehmungsmuster gezwungen. Von besonderer Bedeutung der vornehmlich installativen Arbeiten Sosnowskas, sei ferner die Verknüpfung von Konzeption und perfekt auf die Architektur des Raumes ausgerichteter formaler Ausgestaltung, die als mentale Raumerkundung sinnlich erfahrbar werde.

Monika Sosnowska, die 1972 in Ryki, Polen geboren wurde, studierte an den Kunstakademien von Posen und Amsterdam (1993-2000). Nach einem einjährigen Aufenthalt und mehreren Einzelausstellungen in den Niederlanden, der für ihre künstlerische Karriere wegweisend wurde, entschied sie sich dennoch bewusst zur Rückkehr ins postsozialistische Polen, in dem sich eine lebendige Kunst- und Kulturszene entwickelt hatte. Warschau ist seitdem ihre neue Heimat, wo sie neben Berlin lebt und arbeitet. Ihr noch junger künstlerischer Werdegang ist bereits geprägt von zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen auf internationalem Terrain in Europa, den USA und Mexiko, wobei die bereits erwähnte Intervention bei der 52. Biennale in Venedig 2007, sowie die Doppelausstellung mit Andrea Zittel im Schaulager in Basel von besonderer Bedeutung waren.

Nach Lun Tuchnowski (1993), Richard Deacon (1995), Magdalena Jetelová (1997), Gereon Lepper (1999/2000), Stephan Kern ( 2001/2002), Rui Chafes (2003/2004) und Bernar Venet (2005/2006) folgt Monika Sosnowska einer beachtlichen Reihe von Bildhauern, denen der Robert-Jacobsen-Preis von der Gemeinnützigen Stiftung Würth bislang verliehen wurde. Die Gemeinnützige Stiftung wurde 1987 von Reinhold und Carmen Würth zur Förderung von Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung sowie von Kunst und Kultur ins Leben gerufen. Auf Initiative des Stiftungsvorsitzenden Reinhold Würth wird im Gedenken an den dänischen Bildhauer Robert Jacobsen seit dessen Todesjahr 1993 alle zwei Jahre der mit 15.000 Euro dotierte Robert-Jacobsen-Preis vergeben.

Info: Gemeinnützige Stiftung Würth

Die Gemeinnützige Stiftung Würth wurde im Jahr 1987 von Reinhold und Carmen Würth gegründet. Sie fördert eine Vielzahl an Projekten aus Kunst und Kultur, Forschung, Wissenschaft sowie Bildung und Erziehung. Das Stiftungskapital beträgt derzeit 4,1 Millionen Euro.

Die Gemeinnützige Stiftung Würth entfaltet eigene Aktivitäten und fördert darüber hinaus Projekte anderer Veranstalter mit Schwerpunkt auf der Region Hohenlohe.

2005 wurde beispielsweise das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg unter dem Dach der Stiftung eingerichtet, dessen Ziel es ist, Schulen näher an Wirtschaftsthemen heranzuführen. Das Kompetenzzentrum vergibt jährlich den Würth Bildungspreis. Des Weiteren ist die Gemeinnützige Stiftung Würth Trägerin der 2006 gegründeten Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau, einer Privatschule mit Ganztagsbetreuung für alle Bildungsgänge – von der Vorschule bis zum Abitur. Die Schule arbeitet nach einem eigenen pädagogischen Konzept.

Die von der Gemeinnützigen Stiftung Würth verwaltete Stiftung zur Förderung der Reinhold-Würth-Hochschule der Hochschule Heilbronn in Künzelsau widmet sich der Förderung von Forschung und Lehre an dieser Hochschule. Ihr wurden aus der Würth-Gruppe zehn Millionen Euro als Stiftungskapital zur Verfügung gestellt.

Besonders bedeutsame Projekte anderer Veranstalter, die bisher eine regelmäßige Förderung erfahren haben, sind der Hohenloher Kultursommer sowie der in diesem Rahmen alle zwei Jahre stattfindende Internationale Violinwettbewerb der Kulturstiftung Hohenlohe, die Oper der Jeunesses Musicales Deutschland in Weikersheim und die Arbeit des Historischen Vereins Württemberg-Franken.

Derzeit vergibt die Gemeinnützige Stiftung Würth folgende Preise:

  • Würth Preis der Jeunesses Musicales Deutschland
  • Robert-Jacobsen-Preis
  • Würth Bildungspreis