28.04.09

Kunstbeirat der Würth-Gruppe trifft Freie Schule Anne-Sophie – Mutige Fragen an die Experten

Künzelsau. Lernpartnerinnen und Lernpartner (Schülerinnen und Schüler) der Freien Schule Anne-Sophie hatten jetzt die Möglichkeit, die Kunstexperten Werner Spies, Fabrice Hergott und Christoph Becker zu verschiedenen Kunstthemen zu befragen.

Was kostet ein Bild? Was ist ein Museum? Und wer war eigentlich der Künstler Max Ernst? Diese Fragen beschäftigten die rund 80 Lernpartnerinnen und Lernpartner (Schülerinnen und Schüler) der Freien Schule Anne-Sophie, die am 27. April das Museum Würth in Künzelsau besuchten. Antwort gaben drei Mitglieder des Kunstbeirats der Würth-Gruppe: Kunsthistoriker Werner Spies, Museumsdirektor Fabrice Hergott und Museumsdirektor Christoph Becker, die der pädagogische Begleiter der Schule, Peter Fratton, als „weltberühmte Leute, die sich mit Kunst beschäftigen“, vorstellte.

Die elf- bis 15-jährigen Zuhörer teilten sich je nach Interesse in drei Gruppen auf. Zum Thema Max Ernst sprach Werner Spies, der den Maler persönlich kannte und so aus dem Nähkästchen plaudern konnte. Spies entwarf ein lebhaftes Porträt des Künstlers, sprach über dessen Freunde und seine Beziehungen zu anderen Kunstschaffenden.

Was ist ein Museum? Diese Frage beschäftigte die Zuhörer von Fabrice Hergott. „Das ist ein aufregendes Experiment“, sagte der Direktor des Musée d’Art moderne de Paris und ergänzte: „Die Kinder haben mutige und präzise Fragen gestellt, ich konnte mit ihnen ganz offen über Kunst reden.“ Den Kindern die Kunst nahe zu bringen, ihren Horizont zu erweitern und ihr Interesse dafür zu wecken, das ist das Ziel der Veranstaltung. Fabrice Hergott ist überzeugt: „Der Umgang mit Kunst ist ein Freund im Leben.“

Dass die Kunst nicht nur ein Freund im Leben, sondern sogar eine Einnahmequelle für die Künstler sein kann, erklärte Christoph Becker, Direktor am Kunsthaus Zürich. Gemeinsam wurden die Preise dreier Bilder ermittelt. Dabei spielten verschiedene Indikatoren eine Rolle: „Die Einzigartigkeit, der Künstler, das Alter und der Zustand bestimmen den Preis eines Bildes“, erklärte Becker. Außerdem: „Der subjektive Geschmack spielt natürlich auch noch eine Rolle.“ Zur besseren Erläuterung trug er auch schon mal einen Miró durch den Saal bis zu den hinteren Rängen. Dass das teuerste Bild in seinem Museum in Zürich rund 100 Millionen Euro wert ist, überwältigte sein junges Publikum.

Beim gemeinsamen Umtrunk nach der Veranstaltung gab es für die Kinder genügend Zeit, den Experten weitere Fragen zu stellen. „Das Interesse der Schüler war unglaublich groß“, erzählte Christoph Becker erfreut.

Über die Freie Schule Anne-Sophie:

Die Freie Schule Anne-Sophie in Künzelsau stellt im Rahmen ihres reformpädagogischen Konzeptes das selbständige Lernen in den Mittelpunkt. Ziel ist die Förderung eines jeden Lernpartners (Schülers) von seiner individuellen Ausgangslage aus. „Jedes Kind, das diesen neuen Lernweg beschreitet, soll die Freie Schule Anne-Sophie als Gewinner verlassen!“, so der Wunsch von Initiatorin Bettina Würth. Der grundlegende Unterschied zur klassischen Unterrichtsmethode liegt in der Jahrgangsmischung und der individuellen, selbständigen Lernarbeit der Lernpartner am eigenen Arbeitsplatz im Lernatelier, begleitet, angeregt und gefördert von den Lernbegleitern (Lehrern). In kurzen Inputs werden die Ziele besprochen. In sogenannten Clubs werden die Lerninhalte zudem in vernetzter, fächerübergreifender Form dargeboten.